Klosterkirche Enkenbach
Der besondere Reiz und die einmalige Bedeutung der ehemaligen Klosterkirche wurden recht früh erkannt und gewürdigt. Wilhelm Heinrich Riehl, der Altmeister der Pfälzischen Volkskunde, bemerkt über sie:"In Enkenbach-, auf dem rauhen Höhenplateau der Vogesen, erhebt sich eine romanische Klosterkirche recht inmitten der berühmten Westricher Nüchternheit und Dürftigkeit; es mag einem frösteln beim Anblick der rauhen Höhe - aber aus alten Trümmern und modernem Schmutz steigt ein Portal empor mit so zierlich reichem Ranken- und Blattwerk geschmückt, ein so ausgesuchtes Kabinettstück fein und geistvoll stilisierter Bildhauerei, daß wir träumen können, der kalte Enkenbacher Wind sei ein Frühlingshauch Italiens aus jener dichterischen Hohenstaufenzeit, wo die Götterbilder Roms zuerst wieder ebensosehr Heiligenbilder des Künstlers geworden waren wie vor dem des Gläubigen."
Die Enkenbacher Kirche ist ein romanisches Bauwerk mit gotischen Elementen. Es handelt sich um eine kreuzförmige Gewölbebasilika mit rechteckigem, gerade geschlossenem Chor, einem Querhaus aus drei beinahe quadratischen Abschnitten, einem Langhaus aus zwei Doppeljochen und einer zweigeschossigen Vorhalle, über der sich der Turm erhebt. Wie der fortschreitenden stilistischen Entwicklung zu entnehmen ist, entstand der Bau in mehreren Phasen. Es lassen sich drei, wenn nicht sogar fünf Bauabschnitte unterscheiden. Auf diese Weise wurden nacheinander der Obstbau, das Langhaus, das Rippengewölbe, der Westbau und das südliche Seitenschiff geschaffen.
Die ältesten Bauteile der Kirche sind Chor und Querhaus. An ihnen fällt die beträchtliche Stärke der Mauer und das Fehlen aller gotischen Formen auf. Im wesentlichen bestimmen die oberrheinischen Formen der Romanik den platten Chorschluß mit zwei Langfenstern und einem Rundfenster. Die Außenwände sind in der unteren Hälfte glatt, in der oberen mit Ecklisenen und Rundbogenfriesen versehen. Unter der Dachtraufe befindet sich ein Konsolenfries, der auf burgundisch-lothringische Formen zurückgeht. Im Inneren stammen wohl nur die Wände und die mächtigen Vierungspfeiler aus dem ersten Bauabschnitt. Die Gewölbe wurden später, gleichzeitig mit denen des Langhauses, eingezogen. Wie die Wandvorlagen in der Mitte der Seitenwände andeuten, sollte der Chor ursprünglich wohl in zwei Jochen schließen. Die gruppierten Eckdienste haben eine attische Basis. Die Wände des Chores sind von einem profilierten Sockel, einem Gesims und einem Hautgesims umzogen. Letzteres setzt sich im Langhaus fort.
Aus: "21 Kirchen des Landkreises Kaiserslautern - Vom Mittelalter bis zum Barock, Otterberg 1989" von Karlheinz Schauder
Weitere Literatur:
Weitere Links:
www.enkenbach-alsenborn.de
